Ist die Facebook Aktie ein Kauf? Oder nur ein Hype?

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(Ihr Kapital unterliegt einem Risiko)

Der Börsengang von Facebook am 18.05.2012 sorgte für viel Aufsehen. Kein Wunder, war es doch einer der zehn grössten Börsengänge überhaupt und der drittgrösste in den USA. Die Bewertung des ganzen Unternehmens beträgt momentan 104 Milliarden US-Dollar. Viel Geld für eine Firma, die im letzten Jahr lediglich 3.7 Milliarden Umsatz und einen Gewinn von einer Milliarde erzielte. Und viel Geld pro Mitglied – ein einzelner Facebook-Account wird mit 115 US-Dollar bewertet. Lohnt sich der Kauf der Facebook Aktie dennoch? Wir zeigen die langfristigen Chancen und Risiken, welche in diesem sozialen Netzwerk stecken.

In der Theorie sollten sämtliche der folgenden Chancen und Risiken bereits im Aktienkurs enthalten sein. Wäre das aber immer bei jeder Aktie der Fall, dann gäbe es keine Kursbewegungen mehr – ausser bei kurzfristigen Nachrichten, die dem Markt noch nicht bekannt waren. Deswegen sind wir der Meinung, dass gerade bei langfristiger Betrachtung die Möglichkeiten von Facebook zur Umsatz- und Gewinnsteigerung noch zu wenig genau betrachtet und von den Analysten auch verstanden wurden.

Chancen – Potenzial für die Facebook Aktie

Grundsätzlich kann Facebook – wie jedes andere Unternehmen auch – mehr Umsatz erzielen, indem es

  • Mehr Kunden gewinnt (indem sich mehr Mitglieder anmelden)
  • Mehr pro Kunde verdient (z.B. mit höheren Click-Raten auf Anzeigen oder durch die Einführung von Gebühren)

Betrachten wir diese zwei Umsatz-Treiber im Detail:

Mehr Umsatz durch mehr Mitglieder

Momentan zählt Facebook rund 900 Millionen Mitglieder. Schaut man sich das Wachstum in der Vergangenheit an, so dürfte die Grenze von einer Milliarde Mitgliedern bald geknackt werden. Danach wird es wohl langsamer aufwärts gehen. Aber 1.2 Milliarden Mitglieder bis 2015 sind durchaus realistisch. Dies würde einem Plus von 33% entsprechen. Würde alles andere gleich bleiben, dann würden sich auch Umsatz um einen Drittel erhöhen und der Gewinn sogar noch stärker ansteigen (weil nicht alle Kosten variabel sind).

Mehr Umsatz pro Mitglied

Hier hat Facebook den ungleich grösseren Hebel zur Umsatzsteigerung, dessen Potenzial von den Analysten auch noch nicht voll erkannt worden sein dürfte. Facebook verdient momentan hauptsächlich Geld durch Werbung.

Je nachdem, welches Modell ein Werbetreibender wählt, bezahlt er Geld pro Werbeeinblendung oder pro Klick. Da Anzeigen mit tiefen Klickraten mit der Zeit teurer werden, ist letztendlich in beiden Fällen die Klickrate entscheidend.

Bei den Klickraten auf Anzeigen besteht ein hohes Potenzial. Die aktuellen Werte bei Facebook sind noch sehr tief. Werbeanzeigen aus der rechten Spalte werden nur bei geschätzten 0.25% bis 0.5% der Einblendungen angeklickt. Etwa jeder 200. bis 400. Betrachter einer Seite klickt also eine solche Anzeige an. Zum Vergleich: Google erreicht im Werbenetzwerk oft Zahlen im Bereich von 1% bis 5%. Sehr optimistisch betrachtet gibt es hier also ein Potenzial bis zu Faktor 20 zur Umsatzsteigerung. Selbst bei kleinen Anpassungen hat Facebook hier einen riesigen Hebel. Es ist unschwer abzuschätzen, dass das soziale Netzwerk alleine durch bessere Klickraten den Umsatz in den nächsten Jahren vervielfachen wird. Dies wäre sehr einfach durch eine prominentere Platzierung der Anzeigen zu erreichen. Betrachten Sie als Beispiel nur den Vergleich von

  • Facebook, wo nur 15% der Fläche auf einem Standard-Monitor mit 1280×1024 Pixel Auflösung ist mit Werbung bedeckt ist
  • Und Google.de, wo fast die doppelte Fläche (28%), die ohne zu scrollen sichtbar ist, mit Werbung bedeckt ist



Zugleich wird aber auch der Werbeplatz auf Webseiten immer beschränkt sein. Weil Unternehmen ihre Marketing-Budgets mehr und mehr von den klassischen Kanälen wie Print und TV ins Internet verschieben, werden die erzielbaren Klickpreise mit der Zeit weiter steigen.

Der zweite Hebel, den Verdienst pro User zu steigern, ist die Möglichkeit, gewisse Dienste kostenpflichtig zu machen. Sicher will Mark Zuckerberg seine normalen User nicht vergraulen. Aber warum sollten nicht für gewisse Dienste Gebühren erhoben werden? Denken Sie nur an Freemail-Dienste wie Web.de oder GMX.de. Diese sind auch kostenlos, will man aber mehr Speicherplatz oder einen besseren Schutz, dann bezahlt man eine Gebühr. Das mag undenkbar klingen, aber in Kombination mit dem Mehrwert für den Nutzer mag eine geringe Gebühr für einen fairen Mehrwert gerechtfertigt sein. Zudem ist es auch nicht in Stein gemeisselt, dass Unternehmen Facebook Seiten kostenlos betreiben dürfen. Ein Webhosting-Anbieter kostet schliesslich auch Geld – und kürzlich hat Google bei Kartendienst Maps auch eine Gebühr für Poweruser eingeführt.

Risiken

Langfristige denkende Anleger sollten sich auch Gedanken über die Risiken machen, welche in der Facebook Aktie stecken.

Technologie

Die Technologie, die hinter Facebook steckt, lässt sich mit einem winzigen Bruchteil der aktuellen Bewertung nachbilden. Es gibt sogar Open Source Programme wie Dolphin Boonex, welche über eine ähnliche Funktionalität verfügen und kostenlos erhältlich sind.

Aufstieg und Fall sind nahe beieinander

Auch wenn Facebook in einer einzigartigen Situation ist, die grösste Community der Welt um sich zu scharen, muss das nicht für immer so bleiben. Es ist wahrscheinlich fair zu sagen, dass die meisten User nicht mehrere Profile auf unterschiedlichen Social Media Communities unterhalten wollen. Mögliche Nachfolger von Facebook haben es also schwer, wie z.B. die momentan kurze Aufenthaltsdauer beim wichtigsten Konkurrenten Google+ zeigt.

Schauen wir in die kurze Geschichte von Hightech und Internet-Aktien, dann findet man aber rasch Beispiele von ehemaligen Lieblingen von Börsianern oder Kunden.

Nokia: Der über ein Jahrzehnt lang grösste Mobiltelefonhersteller der Welt wurde im ersten Quartal 2012 durch Samsung abgelöst. Nokia hat den Sprung vom einfachen Handy hin zu den Smartphones verpasst.

MySpace: Die erste grosse Community von Nordamerika wurde rasch von Facebook verdrängt. Knackte MySpace im August 2006 die 100-Millionen Grenze, waren drei Jahre später bereits über 265 Millionen Accounts eröffnet. Der Kauf durch Rupert Murdoch und seine News Corp bewirkte allerdings nicht, dass sich MySpace gegen den Aufsteiger Facebook durchsetzen konnte. Die Anzahl der Mitglieder dürfte per 2012 auf unter 50 Millionen geschrumpft sein.

StudiVZ: Man könnte schon fast fragen, erinnern Sie sich noch an StudiVZ? Die ursprünglich für Studenten konzipierte Social Media Community verzeichnete zeitgleich mit dem Aufstieg von Facebook einen rasanten Mitgliederschwund und ist mittlerweile praktisch bedeutungslos geworden.

Möglicher Ärger mit Behörden / regulatorischen Gremien / Konkurrenten

Der Wert von Facebook besteht zu einem Teil daraus, was Facebook über seine User weiss. Selbst wenn im „Kleingedruckten“ die Mitglieder zustimmen, eine Vielzahl an Daten durch Facebook einsehen und nutzen zu dürfen, bedeutet das nicht, dass dies im Einklang mit dem Recht in jedem Staat ist. In den kommenden Jahren werden hier sicher Datenschützer in verschiedenen Ländern aktiv werden. Dies kann dazu führen, dass Facebook seine User schlechter monetarisieren kann.

Auch die praktische Monopolstellung muss nichts Gutes für die Aktionäre bedeuten. Es lässt sich nicht per se ausschliessen, dass sich Facebook den Mitbewerbern öffnen muss.

Zu hohe Bewertung?

Betrachtet man die Multiples wie KGV (104x) oder setzt den Börsenwert (104 Milliarden) ins Verhältnis zur Anzahl Mitglieder (900 Millionen), was einen Wert pro FB-Account von 115$ ergibt, dann ist Facebook jetzt astronomisch hoch bewertet. Facebook muss in naher Zukunft beweisen, dass es in der Lage ist, deutlich mehr pro Mitglied zu verdienen als das in der Vergangenheit der Fall war.

Fazit zur Facebook-Aktie

Insgesamt lässt sich aus unserer Sicht nicht definitiv sagen, ob die Facebook Aktie jetzt noch ein Kauf ist. Die Aktie ist aktuell kurz nach dem Börsengang unserer Meinung nach stolz bewertet, zumindest wenn man herkömmliche Vergleichswerte wie Kurs/Gewinn oder Kurs/Umsatz herbeizieht. Und auch dass ein einzelner User während seiner Lifetime 115$ wert sein soll, leuchtet vielen nicht ein. Andererseits sind auch die Chancen gross. Noch nie gab es ein weltumspannendes soziales Netzwerk einer solchen Grösse. Die Eintrittsbarrieren auf technologischer Seite mögen gering sein. Eine Vielzahl von Mitgliedern aber dazu zu bewegen, ihre Zeit auf einer neuen Plattform zu verbringen, ist jedoch ungleich schwieriger.

Wir möchten hier keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung für Facebook abgeben. Dies muss jeder Investor selbst für sich entscheiden. Wenn Sie kurzfristig und mit wenig Einsatz (mit entsprechenden Risiken) die Facebook Aktie handeln wollen, dann können Sie dies mittels Facebook CFD Instrumenten machen.
 

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(Ihr Kapital unterliegt einem Risiko)